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26.04.2013

Rezension: Die Auserwählte


 Titel: Die Auserwählte
Original: Struck
Autor: Jennifer Bosworth
Verlag: Goldmann
Preis: 12,99€
Reihe:?
Also ich muss ja sagen, dass ich das Cover mag. Es ist so schön düster und im Grunde genommen stellt es ja auch das Buch dar. Das Mädchen wird Mia sein, und sie passt zu den Beschreibungen im Buch. Generell gefallen mir ja düstere Cover sehr, deswegen mag ich auch die Farbauswahl, ebenso gefällt mir der Schriftstil und dass das Cover matt ist, während die Schrift soch dann glänzend hervor hebt. 
 Mia Prince liebt es, vom Blitz getroffen zu werden. Es löst in ihr eine überwältigende Energie aus, nach der sie sich immer öfter sehnt. Als aber ein gewaltiges Erdbeben ihre Heimat Los Angeles fast komplett zerstört, geht es nur noch ums Überleben. Im Chaos der Nachbeben werben zwei rivalisierende fanatische Gruppen um Gefolgsleute. Beide versprechen, dass nur ihre Anhänger den nahenden Weltuntergang überleben werden, und beide wollen Mia auf ihre Seite ziehen. Ist sie die Schlüsselfigur zur bevorstehenden Apokalypse?

Mia Price lebt in Los Angeles, nachdem sie ihre Heimat, eine Kleinstadt, nach einem gefährlichen Vorfall verlassen musste. Sie geht schlechtem Wetter aus dem Weg, checkt akribisch die Wetterberichte bevor sie aus dem Haus geht, überprüft, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für ein Unwetter ist. Eigentlich kann sie die Gewitter vorher spüren. Doch auf Nummer Sicher gehen, ist immer besser. Denn auch wenn, sie sich großartig fühlt, wenn ein Blitz sie trifft, schadet er ihr ebenso, wie allen anderen Menschen. Doch in Los Angeles ist das schwierig. Die Unwetter künden sich nicht immer an. Und nach dem großen Beben, dass Los Angeles in einen Haufen Schutt verwandelt hat, mit einer Mutter, die an posttraumatischen Störungen leidet, und einem Bruder, der immer allen helfen will, wird das Leben nicht unbedingt einfacher. Dann beginnen auch noch beide fanatischen, religiösen Gruppen um Mia zu werben, beide wollen sie auf ihrer Seite haben. Aber Mia wehrt sich, so lange es geht. Zur Hilfe kommt ihr dabei Jeremy, der jedoch auch nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Schon bald muss Mia sich entscheiden – rennt sie lieber um ihr Leben, oder rettet sie die Welt? 

Mia ist ein sehr interessanter Charakter. So mal ganz abgesehen von ihrer Vorliebe für Spannungen über 2000 Volt. Eigentlich ist sie ein ziemlich starkes Mädchen, doch dadurch, dass sie ihre Blitznarben verstecken muss, keinen engen Kontakt zu anderen aufbauen kann, und sich immer bedeckt halten muss, kommt sie eher schüchtern und unsicher rüber. Dabei hat sie es faustdick hinter den Ohren. Sie weiß was sie will, und sie würde alles für ihre Familie machen. So beschüzt sie ihren kleinen Bruder vor den Einflüssen einer religiösen Sekte, während sie es leider nicht schafft ihre Mutter vor den Einflüssen der anderen Sekte zu retten. Obwohl Mia mir wirklich gut gefallen hat, fand ich ihre Entscheidungen manchmal... Inkonsequent oder wenig sinnvoll. Zum Beispiel verhält sie sich ziemlich ignorant. Sie weiß, dass sie für irgendetwas wichtig ist, rennt dann aber, logischerweise, direkt in die Arme der einen Sekte. Eigentlich will sie ihren freien Willen haben, weshalb sie sich auch von keiner der Sekten umwerben lässt, und nicht an die Prophezeiung glaubt, was ich persönlich ja echt klasse finde, aber dadurch verstrickt sie sich in so manche gefährliche Situation. Als Protagonistin hat sie mir trotzdem ziemlich gut gefallen. Ein wenig zu beschützerisch, aber stark. Außerdem kämpft sie um ihren freien Willen. Das ist immer gut!

Parker dagegen ist ein wenig leichtsinniger. Er will auch einen freien Willen, aber für ihn bedeutet dass, sich gegen seine Schwester zu stellen. Und Parker will immer allen Menschen helfen, was natürlich unmöglich ist. Deswegen schließt er sich auch einer der religiösen Sekten an, weil er denkt, dadurch alles verändern zu können, und den Menschen helfen zu können. Ich verstehe es, dass er vielen helfen will, aber manchmal müsste er mehr an sich selbst denken. Eigentlich mochte ich auch ihn gerne, aber manchmal... Ich kann es auch nicht so richtig beschreiben. Vielleicht ist er mir ein wenig zu weich, und lässt sich ein wenig zu schnell beeinflussen.

Jeremy war auch mir ziemlich undurchsichtig. Zum einen wusste ich sofort, dass er der Nightmare-Boy ist, zum anderen konnte ich mich aber nicht entscheiden ob er nun der Gute ist, oder nicht. Zwar hilft er Mia ziemlich oft, allerdings lässt er sie ebenso oft zurück, was manchmal die Tatsache, dass er ihr geholfen hat, ein wenig unsinnig machte. Trotzdem mochte ich ihn irgendwie. Er war freundlich und nett, wenn auch undurchschaubar. Natürlich ist das wahrscheinlich auch dadurch beeinflusst, dass Mia ihn mag. Aber mir war sympathisch.

Generell sind die Personen in diesem Buch ziemlich vielseitig. Nicht alle sind immer das, was sie zu sein scheinen, und manche Personen haben einen interessanten Twist. Allerdings ist auch die eine oder andere Familiengeschichte vorhersehbar, was mich persönlich aber relativ wenig gestört hat.

Die Handlung in dem Buch ist spannend und interessant aufgebaut. Jedoch leider manchmal etwas vorhersehbar. Dadurch wird zwar nicht direkt die Spannung genommen, aber manchmal denkt man sich dann halt, wie die Personen in dem Buch so dumm sein können, und dass nicht mitbekommen. Trotzdem ist es spannend und sehr angenehm zu lesen, vor allem, da gegen Ende noch die eine oder andere Wendung eingebaut ist. Zwar haben auch diese mich nicht direkt überrascht, aber trotzdem sind sie gut gewählt. Insgesamt ist es also spannend, aber nicht so spannend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen könnte.

Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Es ist aus der Ich-Perspektive von Mia geschrieben, was ich ja meistens besser finde. Außerdem gibt es keine zu detailreichen Beschreibungen, trotzdem kann man sich ein tolles Bild machen. Im Grunde genommen fühlt man sich die ganze Zeit, als würde es gleich ein großes Gewitter geben. Das macht den Schreibstil für mich genial. Wenn ich das Buch in der Hand hatte, fühlte ich mich sofort so, als würde es in unserem Garten gleich anfangen zu stürmen. Das kommt durch die düstere und angenehmen Atmosphäre im Buch, die zum großen Teil von dem düsteren Schreibstil hergestellt wird. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Schreibstil von Jennifer Bosworth liebe. Es gibt Szenen, da schreibt sie wunderbar nüchtern, und dann Szenen, die fand ich so atmosphärisch, dass ich automatisch aus dem Fenster geguckt hab, und selbst bei strahlendem Sonnenschein dachte, gleich gäbe es ein Gewitter. 
Die Figuren sind interessant, die Handlung spannend aber nicht super spannend. Der Schreibstil ist dafür, für mich wirklich genial. Ich mochte das Buch. Mir hat es Spaß gemacht, in die fast apokalyptische Welt einzutreten, und mich auf das nächste Unwetter zu freuen. Deswegen gibt es von mir auch ein wohlverdientes „Gut“!


13.02.2013

Rezension: Kyria und Reb 2



Ein riesiges Danke an den Egmont INK Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
Titel: Kyria und Reb – Die Rückkehr
Original: ----------
Autor: Andrea Schacht
Verlag: Egmont INK
Preis: 17,99€
Reihe: Ja, dies ist der zweite Teil von Kyria und Reb
 Ich muss sagen, dass es mir fast genauso gut gefällt wie das Cover des ersten Teils. Nur mag ich das Rosa/Pinke Design nicht so wirklich. Trotzdem harmonieren die Farben wieder super, und das Cover ist ein echter Blickfang. Selbst wenn ich die Reihe nicht so lieben würde, würde das Buch schon alleine wegen dem Cover in meinem Regal landen.
Zusammen sehen beide Teile auch fantastisch aus, weswegen es schon allein für das tolle Cover volle Punktzahl gibt.
 Ein Leben ohne Überwachung – nichts hat sich die 18-jährige Kyria sehnlicher gewünscht. Doch kaum hat sie erfahren, wie es sich anfühlt, frei zu sein, trennt sie sich schweren Herzens von ihrer großen Liebe Reb und kehrt zurück in ihre Heimatstadt. Dort macht sie sich auf die Suche nach den Mördern ihres Vaters – ein gewagtes Unternehmen, das Kyria in größte Gefahr bringt.
Da taucht Reb wieder auf...
 Nachdem gegen Kyria ein Haftbefehl ausgesprochen wurde, weil sie angebliche gefährliche Keime in das Reservat gebracht hat, muss sie fliehen. Da auch dadurch auch ihre Mutter in Verdacht gerät, und sie nach den Mördern ihres Vaters suchen will, entscheidet sie sich zurück nach NuYu zu gehen, obwohl Reb sich gerade in Irland aufhält. Kaum zu Hause angekommen, tritt sie mit Cam in Kontakt, fährt zu ihrer Mutter um ihr alles zu erklären, und verkleidet sich schlussendlich als eine Civitates, um unerkannt leben zu können. Offiziell befindet sie sich gerade auf einer Erholungskur. Als Bäckerreiverkäuferin ärgert sie sich zusehend über die skrupellose Politik, über die gefälschten Warnungen und auch über Reb, der sich als Wagenlenker versucht, und von vielen schwärmenden Mädchen umgeben ist. Schließlich kehrt sie in das Leben als Electi zurück, um ihrer Mutter bei ihrem Wahlkampf zu helfen. Doch schon kurz darauf lüften sich mehrere Geheimnisse um den Tod ihres Vaters, und Kyria erhält unerwartete Unterstützung. Zum einen von der Tochter der Hochmutter, liebevoll auch High-Mom genannt. Zum anderen von Maie, der Chefamazone.
Auch Cam unterstützt Kyria weiterhin. Und dann kehrt Reb zurück. Kyrias Gefühle überschlagen sich, aber dann sind sie und Reb plötzlich in Gefahr, ebenso wie ihre Mutter und ihre Freunde.
Kyria und Reb müssen sich entscheiden: Können sie es sich leisten, weiter zusammen zu sein?  
 Ich mag Kyria. Was auch daran liegt, dass sie durch ihre Erziehung und ihre Kultur, in der ja die Frauen alles führen, und Männer bestenfalls ein nettes Accessoire sind, sehr selbstbewusst und stark ist. Reb hat schon Recht, wenn er sie eine kleine Electi-Zicke nennt, aber in diesem Teil wird sie zugänglicher. Weil sie eben auch die negativen Seiten gesehen hat. Außerdem wird sie auch risikofreudiger, weil sie eben nicht mehr andauernd Angst vor ihrem Gendeffekt hat. Und bissig bleibt sie auch.
Für mich ist sie damit ein äußerst guter Charakter. Sympathisch, nett, freundlich, aber auch zickig, selbstbewusst und stark gegenüber Männern. Einzig und allein ihre Verliebtheit in Reb hat mir nicht so gefallen. Ich mochte es, dass die beidem im ersten Teil eindeutig in einander verliebt waren, sich aber die ganze Zeit gekappelt haben. Doch in diesem Teil... na ja es ist ein dauerndes Hin und Her. Wer mit Wem, Wann und Wo? Deswegen gibt es dafür einen kleinen Abzug, aber trotzdem bleibt Kyria eine meiner liebsten Protagonistinnen.

Reb hat sich nicht wirklich verändert. Er ist, gerade in Kyrias Nähe, nicht mehr so verbittert, aber eine echte Veränderung durchläuft er erst in diesem Band. Und über diese Veränderung habe ich mich sehr gefreut. Zwar ist es am Ende eine Art 180° Drehung, aber die tat ihm gut, denn Selbstzweifel stehen ihm nicht so wirklich. Ansonsten bleibt aber auch er witzig und verbissen, kämpft darum ein anerkannter Wagenlenker zu sein. Zwar will er sich gerne von hübschen Mädchen ablenken lassen, aber so recht klappen will das nicht. Immer wieder rutscht Kyria in seine Gedanken, bis er endlich, endlich erkennt, dass er in sie verliebt ist. In diesem Moment habe ich laut aufgejubelt.
Ich mochte Reb. Ich mag Reb. Er ist ein guter Protagonist, mit scharfem Verstand, Muckis und Geheimniskrämerei. Mir gefällt seine Art, selbst wenn er etwas ruppig und rüpelhaft ist, passt es doch zu ihm. Und die Entwicklung die er durchläuft macht ihn irgendwie sympathischer.

Cam ist und bleibt der geheimnisvolle zweite Kopf der Wardens. Aber auch Cam, oder auch Ole McFuga, ist eine sehr interessante Figur. Er ist geheimnisvoll, stark, selbstbewusst und in Kyria verschossen. Na ja zumindest ein bisschen. So sehr, wie ein Cam eben verliebt sein kann. Darüber hinaus ist er klug, und ein echter Stratege, hat aber nicht wirklich Spaß am Gewinnen. Denn auch er versucht sich als Wagenlenker.
Für mich ist Cam eine sehr interessante und spannende Figur. Gerade das, was er am Ende durchmacht, zeigt doch sehr deutlich, wie sehr er an den Wardens gehangen hat, und wie wichtig ihm das Ganze auch war. Trotzdem wird man auch in diesem Teil nicht immer schlau aus Cam. Gerade die sehr kurz angebundenen Gespräche haben mich manchmal aufgeregt, aber trotzdem mochte ich ihn auf seine Weise.

Auch Maie lernt man in diesem Teil näher kennen, ebenso wie Kyrias Mutter und die High-Mom, wie auch deren Tochter. Dabei sind diese vier Personen mit die liberalsten in dem Buch. Zwar haben sie alle nicht wirklich vielseitige Charakter, zumindest bist auf die Tochter der High-Mom, aber schon alleine weil sie so sind wie sie sind, mochte ich alle vier sehr gerne. Außerdem helfen sie Kyria, und bilden so auch einen wichtigen Punkt in der Geschichte. Gerade Kyrias Mutter weiß dabei auch zu überraschen, da sie viel liberaler ist, als ich dachte.

Dabei geht es in diesem Teil der Reihe allerdings mehr um die politischen Hintergründe, als um eine Liebesgeschichte. Intrigen, Geheimnisse und Hindernisse bilden die Grundlage, wobei ich sagen muss, dass mir das wirklich gut gefallen hat. Insgesamt ist die Handlung auch sehr gut aufgebaut und logisch erklärt. Manchmal fühlte man sich ein wenig überrumpelt, aber auch das legte sich dann wieder. Einzig das ewige Hin und Her der Liebesgeschichte zwischen Kyria und Reb hat mich ziemlich genervt. Zusammen, nicht zusammen, Zusammen, doch nicht. Das kann anstrengend sein, zumal mir auch nicht wirklich klar geworden ist, dass Cam auf Kyria steht. Er ist nett zu ihr, aber immer noch abweisend und sehr kurz angebunden.
Insgesamt trotzdem eine solide Handlung, die vor allem durch Intrigen und Geheimnisse entsteht.

Der Schreibstil von Andrea Schacht hat mich diesmal ein wenig irritiert. Die hochgestochene Sprache der Electi, zusammen mit der Jugendsprache der Subcults wirkte schon manchmal ein wenig komisch. Aber immerhin haben sich Reb Sprachgewohnheiten gebessert, so dass es nicht mehr ganz so irritierend ist. Trotzdem hätte ich an der einen oder anderen Stelle die Jugendsprache lieber weg gelassen. Aber im Grunde genommen ist es ein schöner und flüssiger Schreibstil, der mir sehr gut gefällt.

 Ein solider zweiter Teil, in dem es diesmal mehr um die Machenschaften in der Politik geht. Die Figuren entwickeln sich alle weiter, einige neue interessante Charaktere werden dazu geholt. Insgesamt ein schönes Buch, dem etwas weniger Hin und Her in der Liebesgeschichte gut getan hätte.



16.01.2013

Rezension: Serafina

 

Danke an den CBJ Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Titel: Serafina – Das Königreich der Drachen
Original: Seraphina
Autor: Rachel Hartman
Verlag: cbj
Preis: 18,95€
Reihe: Ja, der zweite Teil erscheint 2013 auf englisch.
 Das Cover passt auf jeden Fall sehr gut zum Buch, und auch, wenn ich es nicht so schön wie das Originalcover finde, sieht es doch hübsch aus. Eben typisch High-Fantasy. Aber die Farben passen sehr schön zusammen, und der Titel hebt sich durch die Spottlackoptik sehr schon von dem Hintergrund ab. Auch das Motiv passt eben ausgezeichnet zur Story, ebenso wie das Mädchen im Vordergrund.
Insgesamt ein schönes Cover, das in meinen Regal toll aussieht.
 Der Drachenanführer stieß einen Schrei aus, einen Schrei, der den Menschen das Blut in den Andern gefrieren ließ. Zu meiner Verblüffung verstand ich, was er schrie: Köpfe nach unten! Ein Drache entfaltete seine Flügel. Die Menge wogte und schäumte wie ein sturmgepeitschtes Meer. Die Furcht in den Herzen der Menschen gewann die Oberhand: Sie flohen in die Seitenstraßen und trampelten alles nieder. Die Horde riss mich mit sich. Ich stolperte und fiel. Dann wurde es dunkel und ich nahm undeutlich wahr, wie das Geschrei leiser wurde. Plötzlich hatte ich wieder Luft und Raum. Und ich spürte heißen Atem in meinem Nacken.
Ich schlug die Augen auf.
Über mir stand ein Drache.

Noch ahnt Serafina nicht, dass nun ihr Schicksal mit dem der Drachen auf ewig verwoben sein wird. An ihr wird es sein die beiden Völker, Menschen und Drachen miteinander zu versöhnen. Der Mut und die Leidenschaft mit der sich das junge Mädchen dieser Aufgabe stellt, entwickeln zusammen mir der betörend schönen Sprache, in der sich die Geschichte entfaltet, einen Sog, dem man sich auch mit Macht nicht mehr entziehen kann.
 Serafina ist ein außergewöhnliches Mädchen. Zum einen Spielt sie mit hoher Präzision Flöhte, wie ein Drache, aber auch mit Gefühl, wie ein Mensch. Sie muss ihre Taille und ihren Arm immer verstecken. Sie lebt immer in der Gefahr entdeckt zu werden, von den Menschen oder Drachen. Es wäre egal, sie müsste sowieso sterben.
Doch Serafina will trotzdem ein Leben haben, und so geht sie an den königlichen Hof, und hilft dem Hofkomponist, der an Gicht leidet, aus.
Doch dann stirbt der Prinz der Menschen, und es sieht so aus, als wäre dies das Werk eines Drachen. Die alte Angst der Menschen wird neu geschürt, Hass gegenüber den Drachen erwacht von Neuem. Auch Serafina und ihr Onkel, der ein Drache ist, bekommen dies zu spüren. Deshalb beschließt Serafina, dass der Schuldige gefunden werden muss, doch eben das stellt sich als sehr schwierig heraus. Unterstützung erhält Serafina von Lucian Kiggs, dem Bastard des Königs, der mit der noch jungen Thronfolgerin verlobt ist.
Die beiden begeben sich in einige gefährliche Situationen, die auch die Gefühle der beiden entflammen lassen, und schon bald sieht sich Serafina viel mehr Geheimnissen gegenüber, als sie sich jemals hätte träumen lassen. Und viele eben dieser Geheimnisse betreffen sie.
 Serafina ist eine unglaublich angenehme Protagonistin. Zum einen ist sie nicht perfekt. Sie hat Schwächen und Stärken, und auch, wenn ich mich mit ihrer Affinität zu Musik nicht so recht identifizieren konnte, hat mir doch ihre innere Stärke und ihre Entschlossenheit sehr gut gefallen. Weil sie sich den Problemen, die auf sie zukommen stellt, gerät sie in die eine oder andere gefahren volle Situation, doch oft steht ihr jemand beiseite, der ihr helfen kann. Doch dabei lässt sie sich nie wirklich beschützen. Sie akzeptiert Hilfe, aber niemals will sie sich beschützen lassen, was ich als sehr angenehm empfand.
Oft ist sie jedoch auch unsicher, gerade im Bezug auf Kiggs und ihr Drachenerbe, was ich aber durchaus verständlich finde.
Für mich war Serafina eine schöne Protagonistin, die durchaus real wirkte, obwohl sie einer neu erschaffenen Fantasywelt lebt.

Lucian Kiggs in der Bastard des Königs, weswegen er öfter schräg angesehen wird. Dabei ist Kiggs, wie er von seinen freunden genannt wird, eigentlich ein perfekter König. Gütig, tollkühn, ehrlich, offen, freundlich. Und genau das hat ihn ein wenig zu perfekt gemacht. Auch, dass r Serafina immer wieder alles verzeiht und es immer so darstellt, als sei es seine Schuld gewesen, hat mir nicht so gut gefallen. Das heißt allerdings nicht, dass er deswegen uninteressant wäre. Ich habe trotzdem von Anfang an gehofft, dass die beiden zusammen kommen.
Und mehr gibt es zu Kiggs eigentlich gar nicht zu sagen. Ein wenig zu perfekt, aber trotzdem ein toller männlicher Charakter.

Es gibt noch viele andere erwähnenswerte Charaktere, aber wie das in jedem guten Fantasybuch ist, sind es einfach zu viele, um sie alle zu charakterisieren. Zum Beispiel haben wir noch Serfinas Mutter, die tot ist, ihren Vater, der noch lebt zusammen mit einer neuen Frau und neuen Kindern, und ihren Onkel, wie auch alle Personen aus ihrem Garten der Merkwürdigen und noch so viele weiter.
Dazu möchte ich sagen, dass keine der Personen naiv war, was schon mal positiv ist. Sie alle sind unterschiedlich dargestellt, haben Stärken und Schwächen und manche sind so seltsam und merkwürdig, dass man beim lesen ein Grinsen im Gesicht hat. Zumindest ging es mir so.

Der Handlungsverlauf an sich ist ja keine großartige neue Idee, aber ich denke, dass die Kleinigkeiten diesen Roman ausmachen, Zum einen ist es die Idee von Drachen, die sich in Menschen verwandeln, zum anderen auch der Garten der Merkwürdigen, die diesen Roman irgendwie einzigartig machen. Dabei ist der Verlauf logisch aufgebaut. Wer jedoch einen spannenden Krimi in einer Fantasywelt erwartet hat, der wird enttäuscht werden. In diesem Roman geht es viel um Serafina selber und um die Beziehungen zu ihrem Vater, ihrer Mutter, und Kiggs. Dabei gibt es ein echt überraschendes Ende, und auch die zwischenzeitlichen Verdächtigungen sind gut begründet, obwohl ich auf keine reingefallen bin.
Insgesamt eine schöne Geschichte, die durch neue Details und Ideen aufwarten kann, jedoch ab und zu einige Längen aufweist.

Der Schreibstil ist angenehm. Manchmal empfand ich die eine oder andere Beschreibung als zu lang, aber der Sprachstil ist nicht zu blumig, aber auch nicht zu trocken. Insgesamt eine sehr angenehme und flüssig zu lesende Mischung, die mir wirklich gut gefallen hat. Der Schreibstil hilft auch über die eine oder andere Länge im Buch hinweg, obwohl er manchmal auch Längen schaft, wenn eine Szene gnadenlos in die Länge gezogen wird, weil alles eindringlich beschrieben sein muss.
Trotz kleinerer Schwächen ein toller und angenehmer Schreibstil.

Ein toller Roman, der manchmal etwas langatmig ist, und dessen männliche Hauptperson ein wenig zu perfekt ist. Aber weil alle anderen Figuren so eigenartig und toll sind, kann man darüber hinweg sehen, und ich vergebe dafür ein „Gut“.


05.01.2013

Rezension: Die Stadt des roten Todes

 

Danke an den GoldmannVerlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Titel: Die Stadt des roten Todes
Original: Masque of the Red Death
Autor: Bethany Griffin
Verlag: Goldmann
Preis: 12,99€
Reihe: Ja, der zweite Teil erscheint auf englisch unter dem Titel „Dance of the Red Death“
 Mir gefällt das Cover wirklich gut. Es ist düster, wunderschön und passt sehr gut zum Inhalt. Ebenso wie auch der Titel. Wenn ich Punkte für das Cover vergeben würde, dann würde dieses Cover volle Punktzahl bekommen, weil ich es wirklich genial und schön farblich abgestimmt finde. Hoffentlich wird auch das Cover vom nächsten Band so schön.
 Eine junge Frau zwischen Licht und Schatten, zwischen Leben und Tod


Die Stadt ist von der Umwelt abgeschnitten, ganze Straßenzüge liegen in Ruinen. Der Regent feiert wilde Feste, während die Bevölkerung von einer schrecklichen Seuche dahingerafft wird. Nur eine kleine Oberschicht kann sich durch kostbare Masken vor der Krankheit schützen. So auch die junge Araby. Doch unter der Last einer großen Schuld sucht sie Vergessen in den Nachtclubs der Reichen. Dort begegnet ihr der faszinierende, verführerische William. Und Elliott, tollkühn, ein Revolutionär. Beide werben um Araby. Und sie muss sich entscheiden, ob sie sich dem Leben stellen und kämpfen will. Um ihre Liebe. Um Vergebung für ihre Schuld. Und um die Zukunft.
 Seitdem ihr Bruder gestorben ist, kann Araby an nichts anderes mehr denken. Es war ihre Schuld, da ist sie sich sicher. Und deswegen hat sie sich auch verboten jemals etwas zu erleben, das ihrem Bruder verwehrt blieb. Genauso, wie sie versucht zu vergessen. Mit Hilfe von Drogen funktioniert das auch... eine Zeit lang. Aber für immer kann sie nicht vergessen. Ausgerechnet Will, der verführerische Türsteher des Debauchery Clubs, scheint sie zu verstehen, wenngleich er sie doch auch verabscheut. Und Elliot, der Bruder ihrer besten Freundin April, die sie immer mit in den Club nimmt, bietet ihr eine Möglichkeit zu vergessen. Als April verschwindet, und Elliot Araby darlegt, dass er einer Organisation, die etwas gegen den willkürlichen Herrscher unternehmen will, ihn stürzen will, angehört, kommt sie nicht umhin ihm zu helfen. Auch wenn sie dafür ihren Vater verraten muss, sich selber in größte Gefahr begibt und auch Will mit in die Geschehnisse hinein zieht. Das Unrecht, das den Armen angetan wird, lässt sie verzweifeln. Sie will helfen, will retten, will Gerechtigkeit, doch das Einzige, das sie bekommt, sind Intrigen, Machtkämpfe und die Liebe zweier Männer, und das obwohl sie sich geschworen hat, niemals jemanden zu küssen. Als dann auch noch eine neue Epidemie ausbricht, genannt „Der rote Tod“, steht Arabys Welt vollkommen auf dem Kopf, und sie muss sich entscheiden wem sie trauen kann, und von wem sie sich lieber fern halten sollte...
 Für mich war Araby eine sehr sympathische Protagonistin. Sie ist verzweifelt, einsam und kapselt sich auf ihre Weise von der Welt ab, auch wenn ich nicht verstehen kann, warum sie unbedingt Drogen braucht. Aber es macht ihren eben auch einen Teil ihres Charakters aus. Gleichzeitig ist sie auch mutig und stark, unabhängig, aber auch ängstlich und unsicher. Sie hapert eigentlich nicht großartig mit dem System in ihrer Welt, gehört sie doch zu den Reichen, und zu denen, die sich eine Maske leisten können. Doch als sie Will kennen lernt, und er sich um sie kümmert, als sie ohnmächtig auf dem Boden liegt, ändert sich ihre Weltanschauung. Vor allem im Hinblick auf Wills kleine Geschwister. Sie besitzen keine Maske und müssen jeden Tag die Keime einatmen, die jeder Zeit ihren Tod bedeuten könnten. So beginnt Araby für Elliots Sache zu kämpfen, selbst wenn das für sie Gefahr bedeutet, der sie nicht angstfrei gegenüber steht.
Araby war ein sehr realitätsnaher Charakter. Man kann sie nicht so einfach einordnen, da es sowohl Situationen gibt, in denen sie sich erwachen und mutig verhält, aber auch Situationen in denen sie ängstlich, naiv, manchmal sogar dumm handelt. Trotzdem mochte ich sie, und sie war sympathisch, gerade weil sie eben nicht perfekt ist und verschiedene Facetten besitzt. Einzig und allein ihre Drogenabhängigkeit hat mich ein wenig gestört, weil es mir teilweise einfach als Mittel zum Zweck vorkam und sie auch nie wirklich Entzugserscheinungen hatte. Manchmal hat sie sich gewünscht, dass jemand ein wenig Alkohol im Haus hätte, oder hat ein wenig geschwitzt, aber ansonsten hatte sie keine „echten“ Entzugserscheinungen. Aber ansonsten war sie sehr sympathisch und auch realitätsnah.

William ist ein wenig undurchsichtig. Eigentlich scheint er sehr nett zu sein, er kümmert sich um Araby und ist freundlich, aber er sagt auch, dass er Mädchen wie sie eigentlich nicht leiden kann, sie abschreckend findet. Ab und zu lässt er das Araby auch spüren.
Am Anfang kam er mir ein wenig zu perfekt vor, aber das hat sich im Laufe des Buches geändert. Auch er verfolgt seine eigenen Ziele, und hat nicht die Rolle des treuen Beschützers, selbst wenn es am Anfang so wirkt. Tatsächlich hat er am Ende eine so schnelle wie auch krasse Wendung, das ich zwischenzeitlich wirklich an ihm gezweifelt habe. Dabei passte diese Wendung aber auch zu ihm, weil er einfach genau aus diesen Gründen handelt würde. Auch er wirkt sympathisch, und gerade weil er zur Unterschicht gehört und sich um seine beiden Geschwister kümmern muss, konnte ich seine Handlungshintergründe verstehen.

Elliot wirkt wirklich sehr geheimnisvoll. Er ist praktisch der gute „Bad Boy“ im Buch. Zwar vertritt er „edle“ Ziele, aber die Mittel mit denen er sie durchsetzten will sind doch ziemlich radikal, wohl aber auch die einzige Möglichkeit. Dabei ist es ihm jedoch egal ob Araby zu Schaden kommt. Naja, zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt... Schließlich beschützt auch er Araby, wobei diese den Schutz manchmal gar nicht so nötig hat. Gleichzeitig bleibt er aber auch eher hart und barsch.
Mir war auch Elliot sympathisch, wenn ich mich zwischen ihm und Will entscheiden müsste, würde ich Elliot nehmen. Einfach, weil er noch ein wenig „cooler“ wirkt. Hoffentlich erfährt man in dem nächsten teil noch mehr über ihn.

Die Handlung an sich ist sehr logisch und auch glaubwürdig aufgebaut. Dabei sind gerade der Wandel in Arabys Gedanken und die Pläne Elliots sehr interessant. Teilweise hat mir ein wenig die Spannung gefehlt, weil man in manchen Situationen schon erraten konnte, was als nächstes passieren wird, aber generell war der Spannungsbogen gut konstruiert und auch glaubwürdig. Mir hat gut gefallen, dass sie die Rebellion erst aufbaut, und das Mädchen nicht einfach in eine Rebellion hinein geworfen wird. Noch dazu gibt es auch logische Konsequenzen der Rebellion. Nicht alle sind damit zufrieden, es gibt ein Gegenlager und der „rote Tod“ verschlimmert die Situation noch einmal. Die Idee mit einer Epidemie ist nicht unbedingt neu, aber trotzdem irgendwie erfrischend und immerhin ein wenig anders. Die Masken finde ich dabei gut, da sie auch das eine oder andere Geheimnis um Arabys Vater, den Entwickler der Masken, enthalten. Das Ende ist wunderbar gewählt. Offen aber an sich relativ abgeschlossen. Eben so, dass man sich auf den zweiten Teil freut, aber nicht wie auf heißen Kohlen sitzt.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm. Flüssig zu lesen, und verständlich, dabei aber auch packend und dramatisch. Arabys Gedanken werden wunderbar rüber gebracht, sodass man ihren Sinneswandel schön nachvollziehen kann. Außerdem wird auch die düstere Zukunftsvision schön beschrieben, und stimmungsvoll aufgebaut. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, ich fand es angenehm alles zu lesen.


Ein schöner, düsterer Roman, mit einer, wenn man von ihrem Drogenproblem absieht, tollen Protagonistin, und zwei angenehmen männlichen Charakteren. Manchmal fehlte ein wenig die Spannung, aber insgesamt handelt es sich um ein wirklich schönes Buch, das die eine oder andere vergnügliche Lesestunde hergibt.


09.12.2012

Rezension: Cinderella Undercover



Titel: Cinderella Undercover – Aschenputtels wahre Geschichte
Original: ----------
Autor: Gabriella Engelmann
Verlag: Arena
Preis: 9,99€
Reihe: Keine zusammenhängende Reihe, aber zu den „neuen Märchen“ gehören noch 4 weitere Bücher.


Gut, über das Cover kann man denken, was man will. Ich finde es jetzt nicht umwerfend schön, aber es passt eben zur Geschichte. Die Kutsche im Hintergrund, der Schuh, der fast vom Fuß gerutscht ist. Passt eben wirklich sehr gut. Aber ansonsten finde ich das Cover wirklich nicht umwerfend schön. Es ist eben anders, und entweder mag man es, oder eben nicht.


Kurz nachdem Cynthias Mutter gestorben ist, verliebt sich ihr Vater auch schon in eine andere frau, die zwei nervige Töchter im Schlepptau hat. Zu allem Überfluss macht Stiefschwester Felicia dann auch noch Cyns Schwarm Daniel schöne Augen. Ob es Cynthia gelingt, den gutaussehenden Kunststudenten mit ihren Street-Art-Bildern auf sich aufmerksam zu machen? Das große Kulturfestival ist die Gelegenheit, sich Daniel erstmal undercover zu nähern...


Bis vor kurzem war Cyns Welt noch völlig ok. Doch dann starb ihre Mutter, und ihr Vater verliebte sich schon 4 Monate später in eine neue Frau, deren Töchter verwöhnt, zickig und absolut nervig sind. Doch dann lernt Cyn erst Daniel, einen ziemlich reichen und wirklich heißen Studenten, kennen und verliebt sich prompt in ihn. Später lernt sich noch Gernot, einen Designer kennen. Und nachdem ihr bei der Bewerbung an der Kunstuni, gesagt wurde, dass sie zu vorsichtig malt, und auch Gernot ihr das nochmal sagt, versucht Cyn, freier zu zeichnen. Sie sucht sich einen Job in einem Café, aber natürlich nicht, weil Daniel da regelmäßig vorbei schaut, und fängt an, zusammen mit Gernot an einer neuen Designlinie zu arbeiten. Aber dann fängt Felicia, eine ihrer neuen Stiefschwestern, an, sich an Daniel ran zu machen, und er erwähnt öfter mal seine Freundin. Da beschließt Cyn, dass es reicht, und sie fängt an, zusammen mit Gernot Street-Art zu sprayen. Sie fühlt sich endlich frei und ihre Kunst schmückt nun die Stadt. Sie fängt an sich auf das Plakatieren zu verlegen, malt frei und sicher und freut sich an ihrer Kunst. Und bei einer Plakatierrunde begegnet sie dann JoJo, der Bilder von ihrer Kunst an die Presse schickt. Auf einmal ist Cyn, die die Initialen AP gewählt hat, eine Berühmtheit, doch nur sehr wenige wissen, dass sie die Plakate gemacht hat. Schließlich lädt Daniel sie auf das Kunstfestival ein. Ein Traum wird wahr... bis die Polizei auftaucht...


Cyn ist eine schwierige Person. Am Anfang des Buches ist sie noch sehr kindlich, nicht über den Tod ihrer Mutter hinweg und zickt teilweise ziemlich rum, vor allem, als ihr Vater ihr die neue Frau vorstellt, stellt sie sich erstmal auf stur. Wobei man sagen muss, dass ich wohl auch so ähnlich reagiert hätte. Dann aber entwickelt sie sich langsam, verliebt sich in Daniel, der aber unerreichbar scheint, da er ja eine Freundin hat, und als sie anfängt mit Gernot an einer eigenen Linie zu arbeiten, fängt sie auch an sich zu entwickeln. Sie wird offener, freier, selbstbewusster und schafft es dadurch auch auf sich aufmerksam zu machen, natürlich nicht zuletzt durch ihre Kunst.
Ich muss sagen, dass mir Cyn gegen Ende des Buches immer sympathischer wurde. Sie war mir auch am Anfang sympathisch, aber am Ende mochte ich sie wirklich sehr gerne, weil sie anfängt ihre Stärken zu sehen, und sich nicht mehr so versteckt und unsichtbar macht. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen, zumal sie damit auch eine Entwicklung hinlegt. Und dass in wenigen Monaten. Auch das sie zwar in Daniel verschossen war, aber nicht von ihm abhängig, hat mir wirklich gut gefallen, einfach weil es sie unabhängig machte. Manchmal hat sie ein wenig überreagiert, aber das hat mich nicht weiter gestört. Das sie immer hilfsbereit ist, dabei aber auch mal an sich denkt, finde ich bewundernswert. Und das sie in Mathe ziemlich schlecht ist, kann ich nachvollziehen.

Daniel ist, dadurch das wir nur aus Cyns Sicht etwas über ihn erfahren, ziemlich undurchsichtig, und man weiß nicht so genau, was er denkt. Anscheinend hat er eine Freundin, hängt mit Felicia ab und studiert Kunst. Ach: Und er erinnert sich nicht an Cyn, selbst nachdem sich die beiden schon öfter getroffen haben. Da habe ich mich wirklich gefragt, warum Cyn in so jemanden verschossen sein kann. Aber zum Glück löst sich ja am Ende alles auf, auch Daniels Andeutungen und noch vieles mehr, bekommen dann einen ganz anderen Hintergrund.
Ich mochte Daniel eigentlich nicht wirklich. Es war so, als spiele er mit Cyn, doch trotzdem war er mir ziemlich sympathisch. Es passte irgendwie alles nicht zusammen, bis sich eben am Ende die Geheimnisse lüfteten.

Ich muss zugeben, dass in diesem Buch so viele Personen gibt, die ich hier gerne erwähnen wurde, dass die ganze Rezension nur aus Personenbeschreibungen bestehen würde. Deshalb hier nur einige Worte zu den anderen Personen:

Paule, Cyns beste Freundin, hat viele eigene Probleme, wie zum Beispiel eine unerwiederte Liebe, die dann erwiedert wird, doch der Typ entscheidet sich schließlich doch für eine andere und so weiter. Aber auch Paule ist, trotz des eher merkwürdigen Namens, sehr sympathisch, und kümmert sich auch um Cyn, selbst, wenn sie eigene Probleme hat. Aber Cyn kümmert sich ja auch um sie.
Ich mochte auch Paule wirklich sehr gerne.

Die beiden Stiefschwestern von Cyn sind ziemlich verschieden. Felicia ist ein Sportjunkie, fies, gemein und hinterlistig, doch Kristen scheint nur so ignorant zu sein. Kristen ist moppelig, aber trotzdem schön und freundlich, lustig und in Mathe ein ziemliches Genie.
Kristen mochte ich eigentlich ganz gerne, aber Felicia habe ich echt verabscheut. Ich fand sie wirklich schrecklich.

Cyn Vater und ihre Stiefmutter waren für mich beide eher neutral. Ihr vater liebt sie wirklich, doch er will auch Felicia und Kristen nicht links liegen lassen, und ihre Stiefmutter ist ziemlich undurchsichtig, was daran liegt, dass man sich nicht wirklich entscheiden kann, ob sie Cyns Vater wirklich liebt, oder ob sie ihn nur wegen des Geldes haben will.

Gernot und Leopold sind Designer, die an der Uni studiert haben, an der auch Cyn studieren will. Ich fand beide unglaublich sympathisch, toll und interessant. Vor allem, weil sie Design studiert haben und mir einfach nur sympathisch waren, weil sie Cyn so unterstützt haben.

Es spielen am Ende auch Figuren aus einem anderen Buch von Gabriella Engelmann mit. Nämlich Figuren aus Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid. Das fand ich super interessant zumal ich das Buch auch noch lesen möchte.

Die Handlung fand ich sehr interessant. Das Buch basiert ja ziemlich lose auf dem Märchen „Aschenputtel“, wobei viele Aspekte beachtete wurden, aber eben in die moderne zeit geholt wurden. Die Street-Art-Sachen fand ich ziemlich interessant, weil hier aber auch von interessanter Straßenkunst gesprochen wird, und nicht von hässlichen Schriftzügen. Insgesamt ist die Handlung sehr gut konstruiert, wirklich gut aufgebaut und eben an Aschenputtel angelehnt, ohne es einfach nur imitieren, wovor ich ja ein wenig Angst hatte. Aber für mich war es genau richtig gemacht.

Der Schreibstil von Gabriella Engelmann ist sehr interessant, aber vor allem jugendorientiert, womit ich manchmal nicht ganz klar gekommen bin. Denn ich, als 16-jährige, integriere nicht einfach englische Wörter in meinen Wortschatz. Aber ok, wem es gefällt. Bis auf diese kleine Sache, die mich gestört hat, hat mir der Schreibstil wirklich sehr gut gefallen. Er war flüssig, einfach und interessant. Engelmann gelingt es, alles sehr schön zu beschreiben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.


Ein wirklich gutes Buch, dass an Aschenputtel orientiert ist, aber es nicht imitiert, und dessen Charaktere sehr interessant sind. Für mich war die Sprache teilweise etwas störend, doch trotzdem verdient das Buch ein sehr gutes „Gut“, weil es mich fesseln konnte, und ich es einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen konnte.

03.12.2012

Book-Quickies #3



Die Drachenjägerin 01 – Das hohe Spiel
Maja Winter
Blanvalent
13,00€
Teil 1 von 3

Ihr Vater war der größte aller Drachenjäger und Beschützer des Reiches - und ein Verräter an der Menschheit! Wird Linn jemals aus dem dunklen Schatten heraustreten können, den ihr Vater auf ihr Leben warf?

Mir hat das Buch eigentlich ziemlich gut gefallen. Linn ist eine gute Protagonistin, die zwar manchmal ein wenig zu naiv ist, aber trotzdem klug und unabhängig, stark und interessant ist. Sie lässt sich nicht gerne herumkommandieren, und hat es sich in den Kopf gesetzt, in die Drachengarde zu kommen, koste es, was es wolle. Ich bewundere ihr Durchsetzungsvermögen, ich wäre sicherlich nicht so lange am Ball geblieben.
Auch Nival war mir sehr sympathisch, selbst wenn er unsicher ist, und noch dazu das eine oder andere Geheimnis hat. Man erfährt nicht wirklich viel über ihn, aber ich kann euch sagen, dass es am Ende eine große Überraschung gibt, die ihn betrifft.
Jikesh ist ebenso geheimnisvoll wie Nival es ist, doch er ist sehr viel lustiger, komischer und vor allem offener. Ich muss zugeben, dass Jikesh mir besser gefallen hat, aber auch er hat ein Geheimnis, dem Linn am auf die Spur kommt.
Insgesamt hat mir der erste Teil dieser Reihe wirklich gut gefallen, von der Handlung, den Charakteren und der Spannung her war alles wirklich sehr gut. Deswegen vergebe ich auch ein „Sehr Gut“ für das gesamte Buch.




Reine Glückssache
Janet Evanovich
Goldmann
8,95€
Teil 9 von 16

Die liebenswerte Chaotin Stephanie Plum hat mit ihrer verrückten Familie alle Hände voll zu tun: Ihre Mutter hat sich im Bad eingesperrt, ihre schwangere Schwester dreht langsam durch, und ihre Großmutter treibt Stephanies Vater in den Irrsinn. Außerdem wären da noch Stephanies kompliziertes Liebesleben – und ihr Beruf als Kautionsjägerin: Stephanie soll den Inder Samuel Singh finden, der kurz vor Ablauf seines Visums spurlos verschwunden ist. Leider erkennt sie fast zu spät, dass ihre Nachforschungen sie direkt ins Visier eines Killers geführt haben …



Wieder einmal ein schöner Stephanie Plum Roman, diesmal mit einem kleinen Twist. Denn statt andauernd ihre Autos in die Luft zu jagen oder jagen u lassen, verbraucht Steph diesmal ein paar von Rangers Mitarbeitern, die sie eigentlich vor einem Mörder beschützen sollen. Das ist eben unsere Steph. Total verpeilt, hin und her gerissen zwischen Ranger und Morelli und unterstützt von der großmäuligen Lula geht es auf in das nächste Abenteuer,
Steph hat mir wie immer sehr gut gefallen, ihr Witz und ihr Charme geht nicht verloren, und auch wenn sie sich zwischen Morelli und Ranger nicht entscheiden kann, liebe ich sowohl die Szenen mit Morelli, als auch die Szenen mit Ranger. Aber Ranger ist eindeutig besser, hoffentlich sieht Steph das bald ein.
Der Titel des Buches passt wirklich gut zum Inhalt, denn diesmal hat Steph unglaublich viel Glück, doch es gibt auch eine Kampfszene, in der ich sie einfach nur geliebt habe, weil sie sich endlich mal richtig gewehrt hat, statt immer nur Angst zu haben. Außerdem widersetzt sie sich Ranger und Morelli, was ich auch gut finde.
Deswegen gibt es für diesen Teil der Stephanie Plum Reihe auch ein „Gut“ für einen witzigen, charmanten neunten Teil.




Kusswechsel
Janet Evanovich
Goldmann
8,95€
Teil 10 von 16

Für Stephanie Plum – Kautionsjägerin und Chaosmagnet – ist das Leben wie ein Doughnut: Erst beim Reinbeißen weiß man, was drin steckt. Und kaum hat man so richtig Geschmack daran gefunden, landet auch schon ein riesiger Marmeladenklecks auf dem allerbesten T-Shirt. Bei dieser Lebensphilosophie ist es nicht weiter verwunderlich, dass Stephanie es einmal mehr geschafft hat, zur völlig falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Und das so effektiv, dass sich Trentons halbe Unterwelt an ihre Fersen heftet, Teilzeitlebensgefährte Joe Morelli mit Hausarrest droht und Stephanie schließlich bei dem unwiderstehlichen Ranger Unterschlupf suchen muss …



Bei diesem Teil der Stephanie Plum Reihe kommen vor allem Ranger Fans in den Genuss, obwohl er selber nur einen kleineren Auftritt hat. Eigentlich ist er die meiste Zeit gar nicht da, aber schon alleine die Tatsache, dass Steph sich Morelli widersetzt, und dann bei Ranger schläft, ist schon Belohnung genug. Steph und Morelli scheinen sowieso nie wirklich auf einen grünen Zweig zu kommen, denn Steph ist viel zu eigenständig, um mit einem wie Morelli zusammen zu leben, zumal Steph ihren Job auch ganz gerne macht.
Steph bleibt auch im zehnten Teil unsere Steph. Selber ziemlich verplant, versucht sie die Katastrophen in ihrer Familie zu kitten, rettet sich vor Morelli und Ranger, und lässt ihre Autos zu Metallklumpen verglühen. Dabei bleibt sie lustig, charmant und stark, zeigt regelmäßig, dass sie auch etwas auf dem Kasten hat, und versucht sogar in ihren angstvollsten Momenten noch sich zu verteidigen.
Das ihr bei ihren Fällen Ranger zur Hilfe eilt, und auch Morelli nie weit ist, ebenso wie Lula und in diesem Teil auch ihre Grandma Mazur, kann man ja vorhersehen, aber gerade das macht die Bücher auch so unglaublich witzig, und deswegen gibt es auch für diesen Teil ein „Gut“